Briefmarken Erhaltungszustand und Wertbestimmung

Wertbestimmung, Erhaltungszustand, Lagerung und Umgang mit Briefmarken.

In wie weit sich Briefmarken als Wertanlage eignen hängt entscheidend von zwei Faktoren ab, dem Erhaltungszustand und der Herkunft.

Der Erhaltungszustand unterscheidet sich in drei Kategorien: postfrisch, gefalzt und gestempelt.

Briefmarken Erhaltungszustand.

postfrisch

Der Zustand "postfrisch" beschreibt eine Briefmarke, die sich grundsätzlich in dem ursprünglich verausgabten Zuistand befindet. Die Zähnung ist der Zeit entsprechend erhalten, die Gummierung ist original. Aufdrucke auf der Marken-Rückseite sind  i. d. R. nicht wertmindernd, sollten aber von privat eher unterbleiben. Prüfstempel der anerkannten Prüfer des BPP (Bund der Philatelistischen Prüfer) sind für die postfrischen Ausgaben ein sicheres Zeichen für die Echtheit der jew. Marke.

gefalzt / ungestempelt

Vor der Einführung falzloser Briefmarkenalben war es durchaus üblich,  Briefmarken mit einem rückseitigen, kleinen Klebefalz in dem entsprechenden Album zu befestigen, diese Marken werden als "gefalzt" oder "ungestempelt" bezeichnet. Leider ist dies heute ein ganz entscheidender Wertminderungsfaktor.

Bei Angeboten auf den unterschiedlichsten Verkaufs- und Gebotsplattformen im Netz wird diese Angabe des Öfteren "vergessen", zudem werden immer wieder entfalzte Marken als postfrisch angeboten. Hier hilft nur der Kauf im professionellen Fachhandel. Darüber hinaus sind Briefmarken, die im Handel als "ungestempelt" bezeichnet werden, in aller Regel Marken mit rückseitigem Falz.

gestempelt

Postfrische Marken sind oft, aber keineswegs immer, wertvoller als gestempelte Marken, hier hilft nur der Blick in den Standard-Briefmarkenkatalog "Michel". Bei keinem anderen Zustand ist allerdings die Versuchung der Fälschung so groß wie bei gestempelten Marken, scheint es doch relativ einfach, einen falschen Teilstempel nachträglich aufzubringen. Bei höherwertigen Marken hilft hier nur die Expertise durch einen Prüfer.

Umgang und Lagerung

Briefmarken lassen sich problemlos aufbewahren in den heute üblichen Briefmarkenalben, der Lagerplatz sollte auf keinen Fall unüblich feucht sein, normale "Wohnzimmer-Bedingungen" sind aber völlig ausreichend. Zu feucht, etwa im Keller, gelagerte Marken mit entsprechenden Feuchtigkeitsspuren verlieren ihren Wert i. d.R. vollständig. 

Briefmarken Herkunft und Ausgabejahr:

Grundsätzlich lassen sich Briefmarken beispielsweise nach Motiv sammeln. Eine schöne Sammlung mit, z. B. Tiermotiven aus verschiedenen Ländern o. ä. verbindet die Freude an der Sammlung mit der, wenn auch geringen Chance, diese Sammlung eines Tages zu einem einigemaßen vernüftigen Preis zu verkaufen. Der mögliche, zukünftige Käuferkreis ist hier eher überschaubar, die Chancen für einen gewinnbringenden Verkauf  sind entsprechend niedrig. Hier sollte die Freude an der Sammlung als Motiv überwiegen. Wenig Aussicht auf zukünftige Wertsteigerungen bieten aktuelle Briefmarken der letzten Jahre. So zeigen alle Briefmarken der Bundesrepublik Deutschland, bis auf ganz wenige Ausnahmen, keine positive Wertentwicklung, die Auflagen sind schlicht zu hoch. Vergleichbares gilt für die Ausgaben anderer Länder und die Entwicklung betrifft postfrische Briefmarken ebenso wie gestempelte Marken und sog. Ersttagsbriefe.

Sammelwürdig im Sinne einer Wertanlage und- entwicklung sind i. d. R. Briefmarken aus der Zeit um die vorletzte Jahrhundertwende 1800/1900. Hier lohnt sich die Festlegung z. B. auf ein Land und eine möglichst vollständige Sammlung. Wunderschöne, wertvolle Briefmarken mit Wertsteigerungspotential bieten beispielsweise die frühen Briefmarkenausgaben der USA oder die Briefmarken der deutschen Kolonien und Auslandspostämter, natürlich auch aller anderen Länder. Auch hier ist der mögliche Käuferkreis überschaubar, aber durchaus vorhanden, allein im deutschsprachigen Raum existieren weit über 30 etablierte Briefmarken-Auktionshäuser mit jährlichen Umsätzen in Millionenhöhe. 

Briefmarken Wertbestimmung

Für die Wertbestimmung eignet sich der Standardbriefmarkenkatalog der sog. "Michel-Katalog". Er erscheint jährlich in aktualisierter und überarbeiteter Fassung. Allerdings ist bei der Nutzung des Kataloges zu beachten, dass es sich bei den jew. Wertangaben zwar ausschließlich um tatsächlich erzielte Verkauspreise handelt, diese Preise aber im Durchschnitt beim Verkauf nicht erreicht werden. Hier ist die Markenauswahl von ganz entscheidender Bedeutung, Massenausgaben der letzten Jahre erzielen in der Realität etwa 20 - 30 % des Katalogwertes, höhere Anteile erzielen ausschließlich seltene, ältere Ausgaben. Zumindest aber bietet der Michel einen Orientierungwert und einen Vergleichswert beispielsweise zum Vergleich des Wertes gleicher postfrischer und gestempelter Marken.

 

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein.

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.